DIY Karteikarten-Tarot auf einen Blick
Tarotkarten aus Karteikarten herzustellen ist eines der bedeutsamsten Projekte, die ein Tarot-Enthusiast in Angriff nehmen kann. Eine DIY Karteikarten-Tarot-Lesung ist nicht nur ein Kreativprojekt – sie ist eine spirituelle Praxis, eine Form der Meditation und ein Bekenntnis dazu, dass deine persönliche Intuition eine gültige und kraftvolle Führungsquelle darstellt. Ob du gerade erst mit dem Tarot anfängst oder bereits seit Jahren liest: Dein eigenes einzigartiges Deck von Grund auf zu gestalten verändert die Art und Weise, wie du dich zu jeder einzelnen Karte der klassischen 78-Karten-Tradition verhältst.
Karteikarten sind das ideale Ausgangsmaterial: erschwinglich, leicht handhabbar und in einer Größe erhältlich, die den traditionellen Tarot-Proportionen nahekommt. Das bewusste Auswählen von Symbolen, das Skizzieren von Bildern und das handschriftliche Notieren von Schlüsselwörtern verbindet deine Energie direkt mit jeder Karte – noch bevor du eine einzige davon aus dem Deck ziehst.
Warum eigene Tarotkarten herstellen?
Käufliche Decks – selbst wunderschön illustrierte – tragen die Symbolik, den kulturellen Kontext und die interpretativen Entscheidungen der Künstlerin oder des Künstlers in sich. Das hat seinen eigenen Wert. Doch ein personalisiertes Tarotdeck, das du mit eigenen Händen gefertigt hast, trägt etwas in sich, das kein käufliches Deck bieten kann: deine Energie, deine visuelle Sprache und deine gelebten Erfahrungen.
- Tieferes Kartengedächtnis: Wenn du ein Symbol selbst zeichnest, verankerst du seine Bedeutung auf einer viszeralen Ebene. Kein Blättern mehr in Anleitungsbüchern mitten in einer Lesung.
- Stärkere intuitive Verbindung: Da du jedes Bild selbst gewählt hast, erkennt dein Unterbewusstsein die Karten leichter und spricht klarer durch sie.
- Kreativer Ausdruck: Tarot ist eine Sprache. Ein eigenes Deck zu gestalten ist wie diese Sprache durch das Schreiben zu erlernen – nicht nur durch das Lesen.
- Keine Kostenbarriere: Ein Päckchen leere Karteikarten und ein paar Stifte oder Marker reichen vollkommen aus, um zu beginnen.
- Spirituelle Eigenständigkeit: Dieses Deck gehört allein deiner Praxis. Es wurde nie von einer Fabrik, einem Vertrieb oder einem Ladenregal berührt.
Wie du dein eigenes Karteikarten-Tarotdeck erschaffst
Der Prozess des Herstellens eigener Tarotkarten aus Karteikarten ist einfacher, als er klingt. Hier ist ein praxisorientierter, schrittweiser Ansatz, der den Fokus auf Bedeutung statt auf künstlerische Perfektion legt.
- Materialien zusammenstellen. Standard-Karteikarten im Format 7,5 × 12,5 cm eignen sich gut. Du brauchst außerdem feinspitzige Marker oder Stifte, Buntstifte, ein Lineal und optional Laminierfolie oder klares Klebeband, um die fertigen Karten zu schützen.
- Den Umfang festlegen. Ein vollständiges Tarotdeck besteht aus 78 Karten – 22 Große Arcana und 56 Kleine Arcana. Anfängerinnen und Anfänger beginnen vielleicht lieber nur mit den 22 Großen Arcana, die die großen Lebensthemen repräsentieren.
- Kernsymbolik recherchieren. Du musst bestehende Decks nicht wortwörtlich kopieren. Studiere die traditionelle Bedeutung jeder Karte – Der Narr, Die Hohepriesterin, Der Turm – und frage dich dann: Welches Bild aus meinem eigenen Leben repräsentiert diese Energie?
- Zunächst leicht skizzieren. Verwende einen Bleistift, um deine Komposition zu entwerfen, bevor du mit Tinte arbeitest. Halte die Designs einfach – klare, kräftige Symbole wirken in kleinen Formaten besser als detaillierte Szenen.
- Schlüsselwörter hinzufügen. Schreibe den Namen der Karte und ein oder zwei Schlüsselwörter oben oder unten drauf. Das ist besonders hilfreich für Lesende, die die Bedeutungen noch lernen.
- Versiegeln und schützen. Laminiere die fertige Karten oder überziehe die Vorderseite mit einer Schicht klarem Klebeband. So werden sie stabil genug für regelmäßiges Mischen und Anfassen.
- Das Deck reinigen. Halte das fertige Deck vor deiner ersten Lesung mit beiden Händen, schließe die Augen und setze eine klare Intention. Du kannst die Karten auch über Nacht im Mondlicht legen oder neben einem Stück Bergkristall platzieren, um ihre Energie zu verstärken.
Symbole und Gestaltung für dein selbst gemachtes Tarot wählen
Die häufigste Sorge beim Gestalten eines personalisierten Tarotdecks betrifft die künstlerischen Fähigkeiten. Lass diese Sorge vollständig los. Tarot war schon immer in Symbolen verwurzelt, nicht im Fotorealismus. Ein Kreis kann die Sonnenkarte darstellen. Eine Mondsichel kann die Energie von Der Mond tragen. Eine einfache Flamme kann für den Turm oder den Antrieb des Wagens stehen.
„Das kraftvollste Tarotdeck ist nicht das schönste – es ist das, das direkt zu deiner Seele spricht.“
Schöpfe beim Gestalten deiner Karten aus diesen Symbolquellen:
- Naturbilder: Bäume, Wasser, Berge, Stürme und Tiere tragen universelle spirituelle Bedeutung und lassen sich leicht skizzieren.
- Heilige Geometrie: Kreise, Dreiecke, Spiralen und Sterne haben esoterisches Gewicht, ohne dass künstlerisches Training erforderlich ist.
- Persönliche Symbole: Ein Elternhaus für den Eremiten. Ein geliebtes Haustier für die tierbezogenen Karten. Ein wiederkehrendes Traumbild für den Mond.
- Farbcodierung: Verwende bestimmte Farben für jede Farbe – Blau für Kelche (Wasser, Emotion), Rot für Stäbe (Feuer, Leidenschaft), Gelb für Schwerter (Luft, Verstand), Grün für Münzen (Erde, materielle Welt).
Lesen mit deinem DIY Karteikarten-Tarot
Sobald dein einzigartiges Tarotdeck fertig ist, fühlt sich das Lesen damit spürbar anders an als mit einem kommerziellen Deck. Weil du jede Karte in- und auswendig kennst – du hast sie schließlich selbst gemacht –, fließt deine Intuition freier. Es gibt weniger Zweifeln, weniger Abhängigkeit von einem Anleitungsbuch und einen direkteren Dialog zwischen deinem inneren Wissen und den Bildern vor dir.
Probiere für deine erste Lesung eine einfache Drei-Karten-Legung: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Mische die Karten, während du eine klare Frage im Sinn hältst. Achte darauf, welche Bilder aufgeladen oder überraschend wirken – das sind die Karten, die deine Aufmerksamkeit fordern. Da du diese Symbole selbst gewählt hast, ist deine spontane Reaktion auf sie bereits reich an Bedeutung.
Für Liebeslesungen eignet sich eine Fünf-Karten-Beziehungslegung wunderbar mit einem selbst gemachten Deck. Für berufliche Orientierung bietet sich das Keltische Kreuz an, das deine persönlich gestalteten Karten deine beruflichen Ambitionen ohne den Filter einer fremden künstlerischen Interpretation widerspiegeln lässt.
Spiritualität und die DIY-Tarot-Praxis
Aus spiritueller Perspektive ist der Akt des Erschaffens eines eigenen Tarotdecks an sich schon ein Ritual. Er fordert dich auf, dich mit jedem Archetyp auseinanderzusetzen – der Hohepriesterin, dem Stern, der Welt – und zu ergründen, was diese Energie im Kontext deines wirklichen Lebens bedeutet. Das ist gleichzeitig Schattenarbeit und Lichtarbeit. Du wirst gezwungen, dich sowohl mit den Karten auseinanderzusetzen, vor denen du dich scheust (der Turm, der Teufel), als auch mit denen, die dir Hoffnung schenken.
Das dritte Auge-Chakra regiert Intuition und innere Vision, und das Kartengestalten ist eine seiner direktesten Aktivierungen. Indem du Bilder entwirfst, die mit deinem Unterbewusstsein resonieren, führst du im Wesentlichen eine ausgedehnte Meditation über das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung durch. Viele Praktizierende stellen fest, dass ihre psychische Sensibilität und ihre Lesegenauigkeit nach dem Fertigstellen eines handgefertigten Decks erheblich zunehmen.
Du kannst während des Gestaltungsprozesses auch mit Kristallen arbeiten. Ein Stück Amethyst oder Labradorit in der Nähe deines Arbeitsplatzes kann visionäres Denken beim Gestalten der Großen Arcana unterstützen. Bergkristall eignet sich ideal für die abschließende Reinigung und Aufladung deines fertigen Decks.
Dein DIY-Tarotdeck in einer Lesung
Ein handgefertigtes Karteikarten-Tarotdeck ist kein minderwertiger Ersatz für ein kommerziell erschienenes Deck – es ist ein anderes und wohl intimeres Werkzeug. Wenn eine Karte aus deiner eigenen Hand in einer Legung erscheint, weißt du bereits, warum dieses Symbol gewählt wurde, was es dir bedeutete, als du es gezeichnet hast, und welches emotionale oder spirituelle Gewicht es trägt. Dieser Kontext macht jede Lesung reichhaltiger.
Bewahre dein fertiges Deck, wenn es nicht in Gebrauch ist, in ein Tuch gewickelt oder in einer kleinen Holzschatulle auf. Behandle es mit derselben Ehrerbietung, die du jedem heiligen Gegenstand entgegenbringen würdest – denn genau das ist es: ein heiliger Gegenstand, den du erschaffen und mit deiner Intention aufgeladen hast, einzigartig abgestimmt auf deine innere Welt.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich künstlerisch begabt sein, um eigene Tarotkarten herzustellen?
Überhaupt nicht. Einfache Symbole, grundlegende Formen und Farbcodierung sind mehr als ausreichend. Tarot hat sich immer über Symbole kommuniziert, nicht über detaillierte Illustrationen, und ein Strichmännchen mit einem Stab kann den Magier genauso kraftvoll darstellen wie ein gemaltes Meisterwerk. Was zählt, ist, dass das Bild für dich persönlich eine Bedeutung hat.
Wie viele Karten sollte ein DIY-Tarotdeck haben?
Ein Standard-Tarotdeck enthält 78 Karten – 22 Große Arcana und 56 Kleine Arcana. Wenn du Anfängerin oder Anfänger bist, ist es ein überschaubarer und dennoch vollständiger Einstieg in die zentralen Archetypen, nur mit den 22 Großen Arcana zu beginnen. Du kannst die Farben der Kleinen Arcana mit der Zeit hinzufügen, wenn dein Vertrautsein mit dem System wächst.
Kann ich ein selbst gemachtes Karteikarten-Tarotdeck für ernsthafte Lesungen verwenden?
Absolut. Die Gültigkeit einer Tarot-Lesung ergibt sich aus der Intention, dem Fokus und der intuitiven Verbindung der lesenden Person – nicht aus der Produktionsqualität der Karten. Viele erfahrene Lesende empfinden handgefertigte Decks als ihre genauesten und resonantesten Werkzeuge, gerade weil in jede Karte persönliche Energie investiert wurde.
Wie reinige und lade ich ein DIY-Tarotdeck auf?
Halte das fertige Deck mit beiden Händen und setze eine klare Intention, wie es dir dienen soll. Das Deck über Nacht im Licht des Vollmonds zu platzieren ist eine der beliebtesten Reinigungsmethoden. Du kannst auch ein Stück Bergkristall oder Selenit auf das Deck legen und es 24 Stunden ruhen lassen, um seine Energie vor deiner ersten Lesung zu klären und zu verstärken.





